Wir brauchen ein Verkehrskonzept. Interview mit Rolf von Lützow, Ortsvorsteher Wünsdorf

Aktualisiert: Sept 28

Seit Juni 2019 ist Rolf von Lützow erneut Ortsvorsteher von Wünsdorf (zweite Amtsperiode). Der 64jährige gelernte Nachrichtentechniker arbeitet heute bei einem Logistikunternehmen. Ab 1. Januar 2021 will er in Rente gehen, aber dennoch Ortsvorsteher bleiben. Jürgen Hahm hat ihn interviewt.

Frage:

Herr von Lützow, wie sehen Sie ihre Funktion als Ortsvorsteher?

Antwort:

Ich betrachte mich als Bindeglied zwischen den Bürgern und der Verwaltung. Die Leute sprechen mich auf der Straße an oder beim Einkaufen, tragen ihre Sorgen und Wünsche vor. Ich suche dann im Gespräch mit der Bürgermeisterin und der Verwaltung nach Lösungsmöglichkeiten.

Frage:

Welches sind die drängendsten Probleme?

Anwort:

Die Infrastruktur in Wünsdorf, aber auch in Zossen insgesamt, muss dringend verbessert werden. Junge Familien mit Kindern kommen in die neugebauten Wohnungen. Das ist sehr schön. Aber wir brauchen dafür mehr Kindergarten- und Hortplätze. Es müssen Spielplätze gebaut werden. Wünsdorf soll keine Schlafstadt, sondern eine lebendige Stadt sein. Mit Gewerbeansiedlung, mit Geschäften. Und nicht zuletzt muss so schnell wie möglich das Problem mit dem Neubau der Brücke in der Friedensstraße geklärt werden, im Zuge des Neubaus der Bahnstrecke Berlin - Dresden.


Weiterhin benötigen wir für die Zukunft für die  vielen neuen geplanten Baugebiete Verkehrskonzepte um staufrei Richtung Berlin ( B96 ) und Richtung Baruth fahren zu können.

Frage:

Was kann denn ein Ortsvorsteher samt Ortsbeirat bewirken? Welche „Macht“ haben Sie?

Antwort:

Wir sind anhörungspflichtig. Was immer die Stadt plant - Bebauungen, Straßen, Spielplätze und vieles andere mehr - wir müssen gefragt und angehört werden. Insofern haben wir schon „Macht“.

Frage:

Sie haben als Ortsvorsteher zwei Verwaltungschefinnen erlebt. Worin besteht der Unterschied zwischen der abgewählten und der neugewählten Bürgermeisterin?

Antwort:

Die alte Bürgermeisterin war eher diktatorisch, hat uns oft außen vorgelassen. Wir waren ein notwendiges Übel. Man kam sich vor, nicht ernst genommen zu werden. Frau Schwarzweller, die neue Bürgermeisterin, sucht den Dialog. Vor wenigen Tagen war sie in Wünsdorf. Positiv zum Besuch ist zu sagen, dass sie noch die Ordnungsamtsleiterin und einen Mitarbeiter vom Bauamt dabei hatte. Wir sind einige Schwerpunktorte angefahren und haben Möglichkeiten besprochen, um länger- oder kurzfristige Lösungen zu finden. Man fühlt sich ernstgenommen.

Frage:

Was müsste aus Ihrer Sicht verbessert werden?

Antwort:

Wir als Ortsbeirat wünschen uns, dass Anfragen an die Verwaltung schneller beantwortet werden. Damit wir den Bürgern auch schneller Auskunft geben können. Das habe ich der Bürgermeisterin auch gesagt. Sie hat versprochen sich darum zu kümmern.

Foto Lützow

Text: Rolf von Lützow, Ortsvorsteher von Wünsdorf

Autor: Privat


Das Interview wurde uns freundlicherweise von der Redaktion des „Anzeiger für Zossen und Umgebung“ zur Verfügung gestellt.



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