Sonjas Kolumne

Aktualisiert: Aug 20


Ich war seit September 2019 wiederholt in den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und mehrerer Ausschüsse. Einige Veranstaltungen waren relativ sachlich. Die Abgeordneten sowie das Publikum verhielten sich höflich. Eine zu große Anzahl dieser Veranstaltungen dagegen war von Wutanfällen einiger Abgeordneter und Geschrei aus Teilen des Publikums geprägt. Respekt und Anstand waren immer seltener die Norm des Verhaltens in den politischen Gremien der städtischen Selbstverwaltung. Ich fand das zunehmend anstrengend und unproduktiv. So kann eine Stadt sich nicht entwickeln. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, eine politische Webseite zu gründen, die sich durch Höflichkeit, Information, Sachlichkeit und Bürgernähe auszeichnen soll. Kritische Worte gehören dabei auf jeden Fall dazu. Dafür soll nicht nur meine Kolumne zur Verfügung stehen, sondern Bürgerbeiträge, Interviews mit Abgeordneten und Anfragen an unser Team Hallo-Zossen sollen dafür offen sein. Anfragen an uns leiten wir an Abgeordnete, Ortsvorsteher, Mitarbeiter im Rathaus oder die Bürgermeisterin weiter. Kommentare wird es auf dieser Webseite dagegen bis auf weiteres nicht geben, da bei uns die hässlichen Äußerungen, wie sie sich leider nur allzu oft auf Facebookseiten Zossens befinden, nicht erwünscht sind.

Wer bin ich?

Mein Name ist Sonja Brentjes. Beruflich bin ich Historikerin, ganz genau Wissenschaftshistorikerin. Ehe ich mich über Promotion (TU Dresden, Mathematikgeschichte, 1977) und Habilitation (Universität Leipzig, Wissenschaftsgeschichte, 1991) zu dieser Berufsbezeichnung qualifiziert hatte, habe ich Diplome in Mathematik (TU Dresden, 1973) und Nahostwissenschaften (Martin-Luther-Universität Halle/S. – Wittenberg, 1982) erworben.


Ich habe an verschiedenen Universitäten und Forschungsinstituten in der DDR und BRD, Frankreich, den USA, Großbritannien, Pakistan, der Türkei und Spanien gearbeitet. 2004 wurde ich zur Professorin an einem Institut der Aga Khan Universität ernannt. Danach war ich an der Universität Sevilla tätig. Seit 2012 arbeite ich am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Ich bin ordentliches Mitglied der internationalen Akademie für Wissenschaftsgeschichte. Außerdem bin ich seit vielen Jahren als Gutachterin für nationale und internationale Wissenschaftsinstitutionen tätig, darunter auch für zwei EU Organisationen.

Warum sage ich all das?

Seit den Auseinandersetzungen im Finanzausschuss und in der SVV um den Jahresabschluss 2018, den Haushalt 2020-21 und die Haushaltssicherung gibt es plötzlich eine Inflation von Berufsabschlüssen und Tätigkeiten. Eine Abgeordnete, die bei den Kommunalwahlen im Mai 2019 angegeben hat, Vertriebsmanagerin zu sein, stellt sich plötzlich als Bankkauffrau mit 20jähriger Berufserfahrung vor. Ein Plan B Mitglied, das zu denselben Wahlen als Handwerker antrat, präsentiert sich seit einigen Wochen als Bankfachwirt. Ein anderes Mitglied dieser Wählervereinigung, der bis vor kurzer Zeit seinen Beruf und seine Qualifikation als Diplommathematiker beschrieb (was er in der Tat auch war; jetzt ist er Rentner) posiert jetzt als Bilanzbuchhalter. Einige steigen also ab in ihre Angaben, andere auf. Aber da alle diese Vorgänge mit Finanzen zu tun haben, ist mir klar, dass es sich hier um ein politisches Schauspiel handelt.


Damit nun niemand meint, ich würde ebensolche Spielchen treiben wollen, habe ich meine Ausbildung und meinen beruflichen Werdegang hier in Kurzform angegeben. Wer mehr wissen möchte, kann gern fragen. Wer dieses Wechseln von beruflichen Angaben als politisches Argument eher unpassend findet, kann meine Informationen gern wieder vergessen. ☺️

Wie ist diese Webseite aufgebaut?

Das Wichtigste, das jede Leserin und jeder Leser bitte berücksichtigen möge, ist – sie befindet sich im Aufbau und das wird wohl noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen oder vielleicht nie beendet sein, da wir auf Ihre aktive, höfliche und engagierte Mitarbeit hoffen.


Als politische Webseite wird Politik bei uns natürlich großgeschrieben. Unser Ziel ist es, die politischen Vertreter*innen und die Bürgermeisterin unserer Stadt zu Wort kommen zu lassen. Deshalb finden Sie unter der Kategorie Politik ein Interview mit Frau Schwarzweller und Herrn Kühnapfel. Weitere werden folgen. In der Kategorie Bürgerbeiträge bieten wir Ihre Interviews und Mitteilungen an, sowie, falls erforderlich, unsere Antworten. Unter dem Stichwort Experten werden wir Interviews mit verschiedenen, oft auch stadtfremden Experten veröffentlichen. Faktencheck soll Resultate unserer Bemühungen enthalten, schwierige Dinge zu erklären, Behauptungen auf den Grund zu gehen und vielleicht Fragen zu beantworten oder Gegendarstellungen anzubieten. Hier kooperiere ich mit dem Journalisten in unserem Team.


Politik soll jedoch keineswegs der einzige Themenschwerpunkt dieser Seite sein. Wir wollen über kulturelle Angebote, Projekte und Sehenswürdigkeiten berichten, Mitglieder von Vereinen und anderen Gruppen interviewen oder Informationen über Zossens Umwelt darbieten. Daran sind alle Mitglieder des Teams Hallo-Zossen beteiligt. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Veranstaltungen planen oder uns helfen wollen, die schönen Seiten Zossens zu zeigen.


Die Gestaltung der Webseite liegt in den bewährten Händen der Fotografin in unserer Gruppe.


So viel für heute! Demnächst werde ich mich dann brennenden Problemen der Politik in unserer Stadt widmen.


Diese Kolumne wird den politischen Ereignissen in der Stadt folgen und damit mal in dichterer Folge und mal in größeren Abständen erscheinen.

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