Scholz, Macron und Draghi auf dem Weg nach Kiew: ein Versuch, den Krieg zu beenden?

Aktualisiert: 14. Juni

Laut Nachrichten wollen die drei lediglich in Kiew vorbeischauen, um Einigkeit der EU in der Unterstützung der ukrainischen Regierung zu demonstrieren. Da diese Einigkeit von Anfang an bestenfalls durch Druck zustande gekommen ist, wäre das eine ziemlich überflüssige Reise. Haben die drei sich eher aus einem anderen Grund zusammengetan, den sie uns aber nicht verraten wollen? Das ist wie immer in der Politik sehr gut möglich, ja sogar sehr wahrscheinlich. Wollen sie um gut Wetter bitten, weil sie dem Moloch Krieg nicht schnell genug Waffen und Geld in den Rachen werfen können und die ukrainische Regierung nach mehr giert? Vielleicht! Immerhin lassen sie sich ja ständig von diesen rechtsextremen Typen vorführen und medienwirksam anzählen. Aber vielleicht geht es auch eher um den italienischen Friedensplan.


Warum wären Verhandlungen mit Russland ein Thema, dass nicht nur Draghi, sondern auch Scholz und Macron zum Reisen veranlassen könnte?


Momentan scheint die Ukraine den Krieg in schnellen Schritten zu verlieren. Ukrainische Regierungssprecher geben erstmalig hohe Verluste zu, obwohl sie nach wie vor die Dinge schönfärben und vom Siegen träumen. Ein pro-ukrainischer Analyst in Australien ist da schon deutlicher. Die Armee, über die Stoltenberg vor Wochen bekannt gab, dass über ein Drittel (100.000 Mann) von der Nato "natokompatibel" ausgebildet worden sei, soll völlig aufgerieben sein. Die Zahlen an Kriegsgefangenen verhalten sich zwischen beiden Seiten angeblich wie 1:10 zugunsten von Russland. Das gleiche soll für die Verluste gelten. Die Ukrainer sollen die Waffenmengen, die der Westen pro Monat liefert, innerhalb einer Woche verpulvern.


Wenn das stimmt, was nicht sicher ist,sieht die Lage für Kiew in der Tat übel aus. Der Sieg auf dem Schlachtfeld, von dem EU, Nato und alle, die die Ukraine in diesem Krieg unterstützen, so begeistert martialisch sprachen, scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Verhandlungen, so bitter sie für die marktschreierischen Rechtsextremen und ihre Verbündeten auch sein mögen, dürften damit die intelligentere Wahl sein. Sie wären auch die bessere Wahl für die angeblich 700.000 ukrainischen Soldaten, die sich momentan an der Front befinden sollen. Ist die hoch ausgebildete ukrainische Armee tatsächlich vernichtet worden, dann handelt es sich bei diesen Soldaten um in den Krieg gezwungene, schlecht ausgebildete Menschen und Freiwillige, die der Propaganda auf den Leim gegangen sind, aber ebenfalls schlecht ausgebildet und mangelhaft bewaffnet sind. Sie sollten die Chance zum Überleben bekommen.


Aber vielleicht irre ich mich ja und die drei Regierungschefs haben nur zu viel Zeit und Lust auf ein bisschen Polittourismus.


Angela Merkels öffentliches Eingeständnis in der letzten Woche, die Minsker Abkommen hätten dafür gedient, die Ukraine für den Krieg mit Russland auszubilden und aufzurüsten, spricht jedoch dagegen. Sie hat ja immer, wie ihr Partner Macron, davon getönt, dass Minsk I und II Frieden schaffen und der Ostukraine Autonomie bringen sollten. Nun macht sie deutlich, welchen Inhalt diese beiden Worte seit 2014 für sie gehabt haben: aktive Kriegsvorbereitung und militärische "Befriedung".


Nachtrag: Der Guardian hat gemeldet, dass nach seinen Informationen die Ukrainer pro Tag ein Bataillon verlieren. Das ist mindestens drei Mal so viel, wie die ukrainische Seite inzwischen eingesteht.


Zelenskis Berater und Klitschko drohen Europa mit der Fortsetzung des Krieges durch Russland in Europa, sollten sie den Krieg verlieren.


Es gibt inzwischen in der Tat Gerüchte, wonach Scholz, Macron und Draghi nach Kiew reisen, um Zelenski mitzuteilen, er müsse verhandeln und sich auf den Verlust des Donbass einstellen.


Die Nachrichten zu Taiwan klingen schlecht. Ich finde es schwer vorstellbar, dass die USA zwei Kriege gleichzeitig führen wollen. Aber man sollte sich wohl darauf vorbereiten, dass der Krieg zwischen den USA und China schneller kommen könnte, als bislang vermutet. Allerdings verstehe ich nicht, warum China nicht einfach die gesamten amerikanischen Schuldverschreibungen in seinem Besitz auf den Markt wirft. Das sollte den Ausbruch eines Krieges besser verhindern als Säbelrasseln oder der Austausch kunstvoller Beleidigungen.

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