Die Rechnung für das Zelt in Horstfelde - ein linkes Ding, von Frau Abromeit als Opfersaga verklärt

Aktualisiert: Nov 13


Frau Abromeit schreibt in der MAZ oft über Zossen. Früher geschah das zumeist in anerkennendem Ton im Hinblick auf die damalige Bürgermeisterin. Heute enthalten viele ihrer Beiträge negative Äußerungen über die jetzige Bürgermeisterin. Das überrascht kaum, da mir viele Bekannte und Freunde über die Jahre gesagt haben, dass die MAZ immer wieder die Politik von Plan B unterstützt hat und darüber hinaus auch deutlich rechtslastig sei. Was hat Frau Abromeit nun schon wieder gegen Frau Schwarzweller geschrieben und wo liegen die Mängel ihres Beitrages? Nach Ton und Aufmachung stellt der Artikel von Frau Abromeit Herrn Juricke als ein Opfer von Frau Schwarzweller dar. Sie beginnt ihre "Story" nicht etwa mit seinen ständigen Provokationen in Ausschüssen und SVVs, nicht einmal mit seiner fortgesetzten Weigerung, Entscheidungen der Bürgermeisterin zu respektieren. Sie beginnt mit der ungeprüften Wiederholung dreier Behauptungen von Herrn Juricke. Diese lauten: (1) er habe ein beheiztes Sitzungszelt ausgeliehen, da das Festzelt der Stadt am 2.11.2020 nicht zur Verfügung gestanden hätte, (2) er habe das wegen Corona getan, (3) er habe den Brief mit der Rechnung für dieses privat ausgeliehene Zelt zum Zwecke der Zeit- und Portoersparnis der Bürgermeisterin am Rande der SVV-Sitzung vom 4.11. 2020 übergeben wollen. Alle drei Behauptungen sind falsch. (1) Frau Schwarzweller hat die Ausleihe des Festzeltes an Herrn Juricke abgelehnt, da er für Ortsbeiratssitzungen kostenfrei das Dorfgemeinschaftshaus nutzen könne.Das hat Herrn juricke nicht gepaßt und er entschied, sich nicht an diesen Bescheid zu halten, sondern privat ein von seinem Freund Wosch für die Geburtstagsfeier seines Sohnes am 17.10.2020* (siehe unten) entliehenes und auf seinem Privatgrundstück seitdem stehendes Zelt auch für die Ortsbeiratssitzung zu nutzen. Etwas ähnliches hatte er bereits im September getan. Es handelte sich also keineswegs um ein Sitzungszelt, wobei auch unklar ist, ob es ein Zelt diesen Typs überhaupt gibt. (2) Der Gemeindesaal im Horstfelder Dorfgemeinschaftshaus ist nach meinen Informationen mit 101 Quadratmetern doppelt so groß wie das auf Herrn Woschs Privatgrundstück aufgestellt gewesene Zelt. Es ist korrekt, dass unter Coronabedingungen der Gemeindesaal nur von 25 Personen zur gleichen Zeit genutzt werden kann. Wenn also Herr Juricke das etwa 50 Quadratmeter große von Herrn Wosch ausgeliehene Zelt aufgrund von Coronaauflagen für eine laut seiner Behauptung von etwa 40 Menschen besuchten Ortsbeiratssitzung nutzen wollte, hätte er es vervierfachen müssen. Eine Teilnehmerin an der Veranstaltung teilte mir mit, dass Coronaregeln wie Abstand oder Maske tragen keineswegs eingehalten worden sind. Das überrascht mich nicht, denn dasselbe, Coronaregeln ignorierende Verhalten legten Mitglieder von Plan B und AfD in der Vergangenheit in Ausschuss- und SVV-Sitzungen an den Tag. Selbst jetzt unter den verschärften Auflagen verletzen sie Abstandsvorschriften und lehnen das Tragen von Nase-Mund-Masken ab, wie auf den letzten SVV-Sitzungen geschehen. (3) Herr Juricke hatte am Nachmittag des 4.11.2020 Schriftstücke des von ihm geleiteten Ortsbeirates von Horstfelde im Rathaus der Stadt Zossen korrekt dem Dienstweg folgend abgegeben. Er hätte das auch mit seiner privaten Rechnung an diesem Tag tun können. Eine seriös arbeitende Journalistin hätte all diese Details sehr wohl abfragen und einen ausgewogenen Artikel verfassen können. Aber seriös ist Frau Abromeit anscheinend nicht. Sie fotografiert lieber einen demonstrativ posierenden Ortsvorsteher neben seiner deutlich entspannteren Stellvertreterin. Ob sie wohl das dritte Mitglied des Ortsbeirates gesprochen hat? Möglich, aber eher unwahrscheinlich, da dessen Meinung nirgendwo zur Sprache kommt. Die Bürgermeisterin aber hat sie angerufen. Diese hat ihr ihre Sicht auf die Dinge erklärt und sie auf ihre Stellungnahme verwiesen. Da Frau Abromeit nicht in der Lage war, diese Stellungnahme zu finden, wurde sie ihr von Herrn Hasselmann, dem Pressesprecher der Stadt, am folgenden Tag noch einmal zur Verfügung gestellt. Wie der Artikel belegt, hat es Frau Abromeit dennoch nicht vermocht, die Position der Bürgermeisterin angemessen wiederzugeben. Zwei letzte Bemerkungen: Frau Abromeit behauptet, Herr Juricke fühle sich von Frau Schwarzweller gedemütigt. Das bezweifle ich doch sehr stark. Herr Juricke macht auf mich nicht den Eindruck eines leicht verletzlichen Seelchens. Ganz im Gegenteil. Er ist laut, aggressiv, mit Tendenz zur Unverschämtheit, wenn es um Frau Schwarzweller geht. In Bezug auf Bewohner*innen von Horstfelde, die andere Meinungen als er und seine Mentorin Frau Schreiber vertreten, agiert er repressiv und ausgrenzend. Nach Äußerungen verschiedener Einwohner*innen dieses Ortsteils haben diese keine Lust mehr, sich auf den Ortsbeiratssitzungen zu Wort zu melden, da sie zu oft von ihm oder seinen Anhänger*innen beleidigt, angebrüllt oder sonst wie unter Druck gesetzt worden sind. Herr Juricke ist also eher jemand, der andere demütigt, denn jemand, der sich demütigen lässt. Die Rechnung für eine etwa dreistündige Nutzung des Zeltes auf Herrn Woschs Grundstück ist auf 600 Euro beziffert. Das ist exorbitant. Ein einfacher Vergleich mit Angeboten solider Leihfirmen zeigt das ganz deutlich.** Wer will sich also hier wofür bezahlen lassen? Von Demut ist demzufolge keine Spur, eher von Scheinheiligkeit. *Nachtrag Dieser Text ist eine korrigierte Fassung seiner ersten Veröffentlichung, da ich inzwischen von Frau Schwarzweller über ihre Gespräche mit Frau Abromeit und Herrn Wosch mit der Bitte in Kenntnis gesetzt worden bin, meine Fehler zu berichtigen. Das habe ich hiermit getan. Zu meiner Überraschung habe ich auch noch eine Antwort auf meine Frage am Ende meiner Kolumne erhalten. Die Rechnung für das Zelt kam nicht von Herrn Wosch selbst, sondern wohl von dem Zeltverleih, von dem Herr Wosch das Zelt für die Geburtstagsfeier seines Sohnes erhalten hatte. Entgegen den Coronaregeln nicht bei der Stadt angemeldet, wurde die Geburtstagsfeier als Oktoberfest veranstaltet. Oktoberfest klingt nach vielen Menschen. Ob das in der Tat das Gesundheitsamt genehmigt hat, wie von Herrn Wosch angegeben, mag dahingestellt bleiben. Ein für eine private Geburtstagsparty ausgeliehenes Zelt zwei Wochen lang aufgestellt im Garten zu behalten, damit man dort die Ortsbeiratssitzung durchführen kann, und dann die Rechnung dafür der Stadt unterjubeln zu wollen, ist mehr als scheinheilig. Das ist -– ich entschuldige mich für den Slang – hinterfotzig. Dieses schräge Ding dann auch noch als Demütigung, Benachteiligung von Plan B oder Ungerechtigkeit der Bürgermeisterin auf Facebook, in der MAZ und nun auch noch bei Antenne Brandenburg zu verkaufen, ist jenseits von Gut und Böse. Eigentlich müsste Herr Juricke für diese Kette von Aktionen als Ortsvorsteher zurücktreten. Aber ich bezweifle, dass er diesen, in der Politik rar gewordenen Schritt der Anerkennung gravierenden Fehlverhaltens gehen wird. ** https://hinz-zeltverleih.de/preisliste/




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