373 Zossener*innen haben für die live-stream Teilnahme an der SVV geklickt!

Laut MAZ haben sich am letzten Mittwochabend 373 Zossener*innen zur SVV-Sitzung per Computer dazu geschaltet. Das sind großzügig geschätzt 300 Teilnehmer*innen an Kommunalpolitik mehr als bei selbst gut besuchten Präsenzveranstaltungen der SVV, von Ausschusssitzungen ganz zu schweigen.

Darüber sollten all jene, sich immer wieder als Volksvertreter*innen präsentierende Verordnete nachdenken, die sich bislang der Videobeteiligung für Gäste an den kommunalpolitischen Veranstaltungen widersetzt haben. Sind Sie tatsächlich noch immer der Meinung, dass die physische Anwesenheit von Zossener*innen an diesen Veranstaltungen die einzige oder gar beste Form von Bürgerbeteiligung ist?

Ich glaube, die Entscheidung der 373 Besucher*innen der SVV auf elektronischem Weg spricht ganz klar dagegen. Stimmen Sie endlich der Live-Übertragung aller Ihrer Beratungen und Abstimmungen für interessierte Einwohner*innen zu und bauen Sie auch diesen Teil der Barrieren für behinderte Menschen zur Teilhabe am öffentlichen Leben in Zossen ab, wie es Konrad Tschorn im letzten Monat angemahnt hat.

Auch wenn ich verstehe, dass die erneute einseitige Entscheidung der Bürgermeisterin mehrere Stadtverordnete vor den Kopf gestoßen hat, verstehe ich wirklich nicht mehr, warum nach zwei Jahren COVID Pandemie die Mitglieder von Plan B und Wir für Zossen noch immer mehrheitlich gegen Hybridsitzungen votieren.

Herr Hummer soll erklärt haben, dass er den Corona-Nachrichten von ARD und ZDF nicht vertraut. Das steht Ihnen natürlich frei, Herr Stadtverordneter! Aber warum wollen Sie anderen Zossener*innen nicht dasselbe Recht auf freiheitliche Entscheidung über die Vertrauenswürdigkeit dieser Meldungen zugestehen und ihnen die Möglichkeit verwehren, an einer hybriden Form von SVV- und Ausschusssitzungen teilzunehmen und sich auf diese Weise an die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz zu halten?

Ich habe auch ein ganz persönliches Interesse daran, dass wir Einwohner*innen Zossens in Zukunft regelmäßig per Livestream an den Sitzungen der SVV und ihrer Ausschüsse teilnehmen können. Das erlaubt mir, die zweite Hälfte meines Preisgeldes für hallo-zossen für einen Ausflug der behinderten Menschen in Frau Thiekes Wohnkomplex zu stiften. Ich weiss von Frau Thieke, wie schwer es einigen ihrer Bewohner*innen fällt, ihren finanziellen Anteil an solchen Ausflügen zu erbringen. Dafür stehen nach ihren Erfahrungen kaum Fördergelder zur Verfügung. Nachdem meine Tochter und ich bereits in diesem Jahr einen kleinen Beitrag für einen solchen Ausflug gespendet haben, würde es mich freuen, wenn ich die zweite Hälfte meines Preisgeldes für einen weiteren Ausflug im kommenden Jahr zur Verfügung stellen könnte.

Deshalb bitte ich alle Stadtverordneten: stimmen Sie im Interesse unserer behinderten Nachbarn für das Livestreamen aller SVV-Veranstaltungen!


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